Synagogenmodelle der Schülerinnen und Schüler gehen auf Weltreise

ZeitZeugen 001„Ich war in fünf Lagern und wurde von den Russen bei Danzig befreit“, dies betonte Fred Zeilberger bei seinen Ausführungen anlässlich des Zeitzeugengesprächs am 14. Juni 2017 an der GAZ mehrmals. Der gesamte Q2-Jahrgang nahm an dem außergewöhnlichen Gespräch teil, bei dem nicht nur Herr Zeilberger mit Ehefrau und Enkeltochter auf dem Podium saß, sondern auch Ilan Brunner und weitere fünf Gäste.

Oberstufenleiter Herr Pfaff konnte nämlich ebenfalls Frau Toni Reichelsheimer begrüßen, deren Nachname bereits auf die direkte Verbindung zu Reichelsheim hinweist, und Familie Granitsky, die Nachkommen der Familie Isidor Meyer aus Reichelsheim. So berichtete Esther Granitsky von ihrem Vater, der als Jugendlicher die Pogromnacht im November 1938 in Reichelsheim ertragen musste. Mit einem Messer war er später gezwungen den Strick durchzuschneiden, an dem sich sein Vater in Reichelsheim erhängt hatte.
Nicht nur die Zeit bis 1945 stand im Mittelpunkt der Ausführungen und der Fragen aus dem Publikum, sondern auch die Periode ab 1945 sowie der Umgang mit diesem Teil der Geschichte in Deutschland, den USA und Israel. Die Ausführungen der Teenager aus den USA und Israel ermöglichten Einblicke in welcher Weise der Holocaust im Alltag der Menschen bis heute präsent ist. Von allen Beteiligten wurde die Hand zur Versöhnung gereicht und Spuren der gemeinsamen deutsch-jüdischen Geschichte entdeckt. So werden noch heute die Kosenamen „Omi“ und „Opi“ wie selbstverständlich in der Familie von Jenna Burns in New York gebraucht und auch auf diese Weise die deutsch-jüdische Identität gepflegt.
Der Besuch der jüdischen Delegation in Reichelsheim stand im Zeichen der Einweihung der dortigen Synagoge im Jahr 1817. 200 Jahre danach wurde am 15. Juni 2017 eine Gedenktafel am ehemaligen Synagogengebäude angebracht, die auch an die Schändung im Jahr 1938 erinnert. Ein ganz besonderer Moment war die Übergabe von Synagogenmodellen, die die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs im Religionsunterricht bei Frau Speckhardt gebaut hatten. Nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem Begegnungsfest, das die Offensive Junger Christen veranstaltete, wurden die Modelle ausgestellt. Nach einleitenden Worten von Herrn Dr. Strohmenger wurden die Modelle den jüdischen Gästen übergeben. Diese Modelle werden nun ihre Reise in die USA und nach Israel antreten. Alle Beteiligten waren sich einig, dass genau diese „kleinen Gesten“ eine nicht zu unterschätzende Wirkung erzielen und ihren Teil zum internationalen „Brückenschlag“ beitragen.

Die Bilder dazu finden Sie hier:

Bilder: Martin Schmidl, Dirk Strohmenger

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