Leon Klein von 8com referiert vor GAZ-Schülern und Eltern in der Reichenberghalle

8com 001Was machen Jugendliche mit digitalen Medien und im Internet? Erkennen sie die Chancen und Risiken, die in der Nutzung stecken? Viele Menschen unterschätzen diese schlicht, ignorieren sie und die damit verbundenen möglichen Folgen wie Identitätsdiebstahl, manipulierte WLANs oder Hacking-Attacken. Und zudem die rechtlichen Konsequenzen.

Junge Menschen ab der 5. Klasse bis zur Oberstufe der Georg-August-Zinn-Schule und deren Eltern für diese Themen zu sensibilisieren, das ist jetzt zum wiederholten Mal der Firma 8com aus Neustadt an der Weinstraße beeindruckend gelungen. Veranstalter war die Stiftung der Sparkasse Odenwaldkreis in Kooperation mit der Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises. Unterstützt wurde diese Veranstaltungsreihe auch vom Förderverein der Georg-August-Zinn-Schule und der Gemeinde Reichelsheim.

„8com“ steht für Informationssicherheit. Und dies auf praktischer Ebene. Das auf „Hacking“ spezialisierte Unternehmen prüft vorhandene IT-Systeme auf deren Sicherheit. Wie einfach der Eingriff in Computer, Tablets, Smartphones ist, demonstrierte der Referent Leon Klein in sieben Schüler-Veranstaltungen und einem Elternabend. Er zog das Publikum mit „Live-Hacking“ in seinen Bann.

Leon Klein zeigte interaktiv und live die Risiken der Internetnutzung, sozialer Netzwerke und verschiedener Apps auf. Sein Ziel war es, durch Hinweise auf die Gefahren einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien und persönlichen Informationen zu erzeugen. Dabei ging er in seinen anschaulichen Vorträgen auf das Thema Handysicherheit ein. Ein leichtes für den IT-Experten war die Ortung der Handys im Raum. Wer sein Bluetooth nicht ausgeschaltet hatte, blieb nicht unentdeckt. E-Mails zu hacken und sich damit einer falschen Identität bedienen war auch nicht besonders schwer.

8com 004Unverzichtbar ist für den Referenten ein regelmäßiges Update von Handy-Software und den genutzten Programmen. Trotzdem birgt das Internet weitere Fallen. „Ihr könnt nie sicher sein, wer hinter dem Profil eures Chatpartners oder E-mail-Empfängers steckt“, warnte der Referent die interessierten Teilnehmer. Mobbing im Internet nimmt zu. Klein riet, stets kritisch zu sein. „Lasst euch niemals einschüchtern. Zieht bei Belästigungen im Internet eine erwachsene Vertrauensperson oder auch die Polizei hinzu. Ihr könnt euch gegen Mobbing schützen, indem ihr euch Hilfe holt, wenn ihr nicht weiter wisst. Habt den Mut, euch gegen Mobbing anderer stark zu machen.“.

Er appellierte an Schüler und Eltern, online nur Dinge zu tun, die sie verstehen und verantworten können. Der illegale Download von Musik oder Videos sowie deren Verbreitung könne z.B. sehr teuer werden. Denn Internetnutzer begingen mit dem Tausch dieser Daten in den meisten Fällen einen Verstoß gegen das Lizenzrecht. Er empfiehlt hier legale Portale, die man zu sehr moderaten Preisen nutzen kann.

Eindringlich warnte der Referent auch vor den Folgen leichtsinnig über beispielsweise WhatsApp, Facebook, TikToK oder Snapchat in’s Netz gestellte private Daten, Photos und Filme. Dritte können darauf zugreifen, sie verbreiten, verändern und für eigene Zwecke verwenden

Den Eltern gab der Referent den Rat, sich nicht hinter Unwissenheit zu verstecken, sondern ihrer gesetzlichen Aufsichts- und Aufklärungspflicht gerecht zu werden. „Schauen Sie auf das, was Ihr Kind im Netz macht und verdeutlichen Sie die Risiken“, so sein Appell an die Besucher des Elternvortrages. Vertrauliche Daten sollten niemals über das Internet weitergegeben werden. Er gab Tipps für die Wahl von sicheren Passwörtern, die gleichzeitig in jeder Anwendung unterschiedlich sein sollten. Von einem Internet- Verbot rät der Referent ab. Internet und soziale Netzwerke gehören heute zum Schüleralltag. Mit einem generellen Verbot bestehe die Gefahr der sozialen Ausgrenzung, da diese Medien verstärkt als Kommunikations- und Freizeitgestaltungs-Plattform dienen.

So blieb als Fazit dieses Abends, dass Erwachsene wie Jugendliche mit vielen nachhaltig wirkenden Eindrücken aus den Live-Hacking-Szenen nach Hause gehen konnten. Und, dass das Ziel der Veranstaltung, den Handlungsbedarf der Sensibilisierung für IT-Sicherheit, voll erfüllt wurde.

Text: Simone Kelbert-Gerbig

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