3 ausverkaufte Abende an der GAZ

Theaterabende 2019 Waren es im letzten Jahr noch 2 Abende, wurde das Programm dieses Jahr auf drei Abende ausgedehnt. „Und auch die waren ruckzuck ausverkauft.“ Brigitta Gsell, Fachbereichsleiterin an der GAZ und auch für die Fachschaft Darstellendes Spiel verantwortlich, verwies nicht ohne Stolz auf die große Anziehungskraft der Theatertage an der Reichelsheimer Schule. Das liegt vielleicht auch daran, dass „ausschließlich Eigenproduktionen zu sehen sind, alle Stücke wurden von den Beteiligten selbst entwickelt, nichts wird einfach nur nachgespielt.“

Schulleiterin Kirsten Gebhard-Albrecht wies bei ihrer Begrüßung und gleichzeitig offiziellen Eröffnung am 10.05. wohl auf eines der Erfolgsgeheimnisse der Veranstaltung hin. Und als kleiner Appetithappen wurden die Besucher an diesem Tag von einem Flashmob der Klasse 10b überrascht, die unter der Anleitung ihres Musiklehrers Fritz Volz mit Töpfen, Pfannen, Besen, Löffeln und weiteren Küchenutensilien mit viel Spielfreude ein wirkungsvolles Rhythmusspektakel in der vollen Eingangshalle inszenierten.

Währenddessen liefen auf der Bühne in der Aula noch die letzten Vorbereitungen für die erste Aufführung des Abends, die den Skyflyern, der Nachwuchstheatertruppe der GAZ aus den Klassen 5-7, vorbehalten war. Unter der Regie von Julia Hartl und der Mitarbeit von Ulli Zelta-Rosche –die auch nach ihrer Pensionierung noch teilzeitaktiv ist- waren Szenen aus dem schulischen Leben einer Unterstufenklasse zu sehen. Leichtes Lampenfieber war den jungen Akteuren zu Beginn anzumerken, die aber wich schon nach den ersten Augenblicken Empathie und Spielfreude, so dass sich auf der Bühne ein munteres, oft heiteres, aber manchmal auch ernstes Panoptikum über den Schulalltag entwickelte. Wie im richtigen Leben ging es da um Vertrauen und Misstrauen, um Träume und Fehltritte, Lästern, Spielen, Gewissen und Verzeihen – und nicht zuletzt um Gemeinschaft und um respektvollen Umgang miteinander.

„Ein jeder, was er mag....“ Dieses von Schulleiterin Gebhard-Albrecht in ihrer Begrüßung leicht abgewandelte Goethe-Zitat stand dann als heimliches Motto über den nächsten Programmpunkten. Denn die vielen Gäste des Abends wurden jetzt in Gruppen von der Aula nacheinander an unterschiedliche Orte in der ganzen Schule geleitet, wo viele kleine Ensembles der E-Phasen kurze Stücke vorführten. Diese Raumbespielungen waren wie alle anderen Stücke des Abends allesamt selbst entwickelt worden, was die Intensität der Eindrücke nochmals steigerte. Unter der Regie von Brigitta Gsell hatten deren Oberstufengruppen zu verschiedenen Themen prägnante Geschichten entwickelt, die den jeweiligen Spielstätten (Flure inklusive Toiletten, Treppenhäuser, ganze Klassensaalgruppen, das Foyer im Neubau samt Aufzug) gerecht wurden, den Zuschauern ganz neue Eindrücke vermittelten und den Schwerpunkt auf die Besonderheiten der bespielten Räume legten. „Locken, wir brauchen Locken – keinen Dutt!“ schallte es da beispielsweise aus dem Mund einer schick gekleideten Dame im oberen Foyer, wo die Toilette gleichzeitig als Umkleide diente. Denn die modebewusste Frau fungierte gemeinsam mit einer zuarbeitenden Kollegin als Stilberaterin, die einer zufälligen Kundin partout die neuesten modischen Trends aufschwatzen wollte – was aber misslang, weil das Zufallsopfer letzten Endes sich doch als selbstbewusst entpuppte und Persönlichkeit einer Mode vorzog. Permanentes Türknallen eine Station weiter zeugte von hektischer Betriebsamkeit, Augenblicke später dann von alles überlagernder Hektik und Betriebsamkeit des modernen Berufslebens, indem allzu oft persönliche Bedürfnisse unter die Räder kommen können. Hier wie auch im Neubau, wo der Widerspruch zwischen Massenkonsum von Kleidung und deren Herstellung unter erbärmlichen, menschenunwürdigen Bedingungen in Ländern des globalen Südens thematisiert wurde, zeigten alle Akteure ein sensibles Gespür für Themen und Räume – und bei aller Spielfreude auch „eine erfreulich kritische Herangehensweise“, wie eine Besucherin zufrieden anmerkte.

Krönender Abschluss waren dann die Stücke der DS-Gruppen von Carsten Jonischkeit und Brigitta Gsell aus der Q-Phase, die auf der Bühne der Aula präsentiert wurden und aktuelle Themen wie etwa Träume und die Realität von Jugendlichen und Big Data aufgriffen, wobei letzteres die aktualisierte, weiterentwickelte Version der letztjährigen Inszenierung war. Durch die rasanten Veränderungen in diesem Bereich war diese Überarbeitung quasi unumgänglich, die Präsentation gewann dadurch an Prägnanz und Zuspitzung. Durch die große Spielfreude der Akteure, die präzisen Inszenierungen und die ausgefeilte Licht- und Tontechnik der Event-AG von Mike Lippert wurden die vielen Zuschauer quasi automatisch in die Stücke hineingesogen, spielten unbewusst innerlich mit. Langanhaltender Applaus war der verdiente Lohn für die Theatermenschen der GAZ. Und das an allen drei Abenden, denn die vielen Akteure in den Oberstufengruppen von der E-Phase bis zur Q4 unter der Leitung von Kirsten Berg, Carsten Jonischkeit und Brigitta Gsell waren an zwei Abenden nicht mehr unterzubringen.

Alle Bilder von den drei Theaterabenden: 

 

Fotos: Dr. Martin Schmidl

 

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