GAZ-Schüler besuchen die Gedenkstätte ‚Konzentrationslager Buchenwald“

BuWa 001Das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald war auch in diesem Jahr wieder Ziel der insgesamt 173 Schülerinnen und Schüler umfassenden Abschlussklassen der Sekundarstufe I der Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim. Gemeinsam mit den Klassen- und Geschichtslehrern Patrick Eckert, Holger Emig, Raoul Giebenhain, Christian Hofmann, Maic Ihrig, Dr. Dirk Strohmenger und Holger Zieres brachen die Schülerinnen und Schüler bereits um 6 Uhr auf, um nach fast fünf Stunden Busfahrt an der Gedenkstätte Buchenwald anzukommen.

Bereits die Anfahrt von Weimar hinauf zur Gedenkstätte gab den Schülern einen ersten Eindruck davon, was sie erwartete. Mit den Bussen ging es zunächst die "Blutstraße" hinauf. Dabei handelt es sich um die von Häftlingen ausgebaute Zufahrtsstraße zum Lager. Von der SS brutal und erbarmungslos angetrieben, mussten die Häftlinge von Mitte 1938 bis Spätherbst 1939 dieses fünf Kilometer lange Verbindungsstück von der Staatsstraße Weimar-Ramsla zum Konzentrationslager ausbauen.

BuWa 002Bereits zwei Jahre zuvor ließ die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und errichtete das Konzentrationslager. Unmittelbar im Eingangsbereich des Lagers wurde den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Führung das Tor mit der makaberen Aufschrift "Jedem das Seine" sowie der angrenzende Appellplatz gezeigt. Dort mussten alle Häftlinge morgens und abends zur Zählung antreten. Wenn jemand fehlte, mussten alle anderen warten, bis die Nichtanwesenden gefunden wurden. So dauerte ein Appell bis zu 18 Stunden, wenn Häftlinge versucht hatten, zu fliehen. „Vorher haben wir nur darüber geredet, aber jetzt wissen wir, wie es den Menschen hier erging. Das ist beeindruckend und erschütternd, “ so eine Schülerin. Und die jungen Odenwälder erfuhren auch, dass in dem Lager zunächst politische Gegner, später auch Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und "Gemeinschaftsfremde", unter ihnen Homosexuelle und Wohnungslose, inhaftiert, gefoltert und / oder getötet werden sollten. Das wurde bald in die Tat umgesetzt, weshalb Buchenwald schon bald zum Synonym für das mörderische System der Nationalsozialisten wurde.

Die sieben Klassen der Reichelsheimer Gesamtschule erfuhren auch, dass hier insgesamt 280.000 Menschen inhaftiert wurden, Buchenwald war am Ende des Krieges das größte Konzentrationslager im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen starben aufgrund der Folter, medizinischer Experimente und Auszehrung. Und spätestens, als die Schüler die noch erhaltene, von den Nazis eigens errichtete Tötungsanlage, in der über 8000 sowjetische Kriegsgefangene hinterrücks erschossen wurden, sahen, war an den Gesichtern die starke Betroffenheit abzulesen. Auch dass in den heute immer noch erhaltenen Verbrennungsöfen einst Menschen im Akkord verbrannt wurden, machte viele sprach- und fassungslos. Die Eindrücke, die die jungen Menschen hierbei mit nach Hause nahmen, sollen nun im Geschichtsunterricht aufgegriffen und vertieft werden.

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