Hornung 003Wie aus Klärschlamm Biodiesel wird – ein Chemiker an der GAZ

Einen nicht allzu kräftigen Schluck aus der Pulle – den nahm Schulleiterin Kirsten Gebhard-Albrecht allerdings nur, um ihn in den Tank des VW 1-Liter-Autos ‚XL 1‘ zu schütten, um damit sogleich eine Runde um die GAZ zu drehen. Ihr Beifahrer, Chemielehrer Manfred Kilthau, hatte die flotte Fahrt erst ermöglicht, da er Professor Andreas Hornung, ein Reichelsheimer Eigengewächs, an die GAZ eingeladen hatte – und das aus gutem Grund.

Hornung ist promovierter Chemiker (Darmstadt, Karlsruhe) und auf seiner akademischen Reise über Bologna und Birmingham schließlich im Fränkischen gelandet, wo er an der Uni Erlangen-Nürnberg lehrt und seit 2013 in Sulzbach das Fraunhofer-Institut UMSICHT (Umwelt, -Sicherheits- und Energietechnik). „Ich fahre seit 5 Jahren jeweils eine Woche mit meinem WPU-Forscherteam der Jahrgangsstufe 9 zu praxisorientierten Workshops nach Sulzbach, da bot sich die Einladung an Hornung direkt an“, so Kilthau. Und er berichtet weiter, dass der Professor aus dem Odenwald vor allem auch über neue, nachhaltige Antriebsstoffe forscht und so ein Verfahren entwickelt hat, wie man buchstäblich aus Sch..., aus Abfällen, Exkrementen, aus sonstiger Biomasse und vor allem aus Klärschlamm Biodiesel herstellt – eine äußerst sinnvolle Entwicklung, muss doch Klärschlamm nach einer neuen EU-Verordnung aufgearbeitet werden.

So war es naheliegend, dass Hornung auf seiner Tour durch den Odenwald nach Erbach zur OREG auch in seinem Heimatort vorbeikam: „Das war fast selbstverständlich, ich kenne ja die GAZ und ihre Schüler, die Zusammenarbeit möchte ich gerne fortsetzen.“ Und die vielen Schüler auf dem Schulhof staunten nicht schlecht, als der Erlanger Forscher mit seinem futuristisch anmutenden Fahrzeug eintraf, sogleich die Besonderheiten der Antriebsstoffe erklärte und die Schulleiterin zu einer Probefahrt einlud. Anschließend ging es wieder in die Aula, wo die Schüler der Q4 und das Kilthau’sche Forscherteam schon vorher auf die Veranstaltung eingestimmt und nach einer musikalischen Einleitung durch die Dieter Keim und Manfred Kilthau eingehend über die chemischen Verfahren zur Herstellung diesen neuartigen Kraftstoffes informiert wurden. Das Thema passte im Übrigen genau zu dem Oberstufenfächerkanon, der in der Q4 auf dem Programm steht und bot neben der intensiven Exkursion des Jahrgangs zu Audi einen weiteren Aspekt des Problemkreises „Umwelt und Mobilität“. In der abschließenden, ausführlichen Diskussion mit Hornung in der Aula wurde dieses Thema noch einmal ausführlich erörtert, der Erlanger Forscher informierte auch ausführlich über technische Details – und über Wege zum Erfolg. „Beharrlichkeit und Eifer – und aus Reichelsheim zu sein“, so Hornung.

 

Weitere Bilder von dieser Veranstaltung finden Sie hier:

Bilder: Dr. Martin Schmidl

 

 

 

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